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Samstag26September2020
Eine neue Welt und ein neuer Anfang
Montag, 10. M├Ąrz 2008 Geschrieben von fra Juro Tokali─ç

pater Juro TokalicDas Leben ist das sch├Ânste aller Geschenke, die wir von Gott empfangen und es ist an uns dieses auf die richtige Weise zu nutzen. Derjenige, der uns dieses Geschenk gemacht hat, gab uns auch die Freiheit, damit wir es nutzen oder missbrauchen. Wir w├Ąhlen weder den Ort noch den Tag unserer Geburt, aber sehr wohl, wo und auf welche Art wir unser Leben verbringen werden. 35 Jahre lang habe ich in Bosnien gelebt. Schon als kleiner Junge habe ich mich f├╝r den Lebensweg des Heiligen Franz von Assisi entschieden und bin in den Orden mit nur wenigen Br├╝dern eingetreten ÔÇô OFM. Nach meinem Schulabschluss habe ich lebensl├Ąngliche Gel├╝bte erf├╝llt und bin zum Priester geweiht worden. Neun Jahre lang war ich als franziskanischer Priester in Bosnien t├Ątig. In diesen ganzen Jahren schrie eine Sehnsucht in mir nach etwas Neuem und Anderem. Vor einem Jahr entschied ich mich Vorbereitungen f├╝r das Missionarsleben in Afrika zu machen und am 21. Januar 2008 war es das erste Mal in meinem Leben, dass ich afrikanischen Boden ber├╝hrt hatte. Neben dem Wunsch nach der neuen Welt, hatte ich auch ziemlich gro├če Angst vor dem, was mich erwartete. Der Wunsch mit anderen zusammen zu sein, mit ihnen und f├╝r sie zu leben hat die Angst endg├╝ltig besiegt.

Die Reise von Europa nach Afrika war ziemlich aufwendig. Es war viel einfacher von London nach Kigali zu kommen als von Nairobi nach Kigali. Es erwarteten mich Pater Ivica Peric, unser bosnische Franziskaner und langj├Ąhriger Missioner in Afrika, mit Don Sebastijan ( ein Salesianer ), der ein kroatischer Missionar ist. Allein der Empfang war sehr br├╝derlich und freundschaftlich, wie Br├╝der sich einen solchen bereiten. Mein Afrika, mein Traum kam in Erf├╝llung. Das, was mir fr├╝her so fern schien, ist nun ein Teil von mir geworden. In meinen Vorstellungen war Afrika ein Kontinent mit unertr├Ąglichen Hitzetemperaturen, riesigen W├╝sten und Hungersnot; und die Afrikaner stellte ich mir als Hilfe erwartende Menschen vor, die von heute auf morgen leben und niemals gewohnt waren zu arbeiten.

Zu meinem Gl├╝ck wurde ich sowohl in dem einen Clich├ęe wie auch in dem anderen eines Besseren belehrt. Das Ruanda, in das ich als ein Gast bei Pater Ivica gereist bin, ist ein Land mit Tausenden Bergen, gef├╝llt mit Gr├╝n und Seen. Obwohl das Land einer Terra Rossa entspricht, ist es nichts desto Trotz ergiebig und ├╝berbev├Âlkt. Fast jedes einzelne St├╝ck Land ist bebaut, was man nicht von meiner geliebten Heimat Bosnien und Herzegowina behaupten kann. Wenn Bosnien und Herzegowina nur ann├Ąhernd so bebaut w├Ąre wie Ruanda das ist, dann k├Ânnten wir uns selbst ern├Ąhren und sogar noch exportieren. Ruanda ist sehr lebendig, voll mit Kindern und jungen Leuten. In diesem Reichtum brauchen die Menschen jemanden, der ihnen das alles besser organisieren kann und sie eine einfachere Lebensweise lehrt.

Im Wesentlichen unterscheidet sich ein Afrikaner nicht von einem Europ├Ąer. Der Unterschied besteht nur in der Hautfarbe, denn die Bed├╝rfnisse und W├╝nsche sind exakt dieselben. Auch der Afrikaner hat dasselbe Bed├╝rfnis wie ich nach Essen und Trinken, nach Liebe und Freundschaft, er hat dieselben Gef├╝hle wie wir auch. Wenn er traurig ist, dann weint er, und wenn er fr├Âhlich ist, dann tr├Ągt er ein L├Ącheln auf seinem Gesicht. Wir wollen alle auf dieselbe Art und Weise die Freundschaft und Liebe Gottes, wie auch die des Menschen. Ich hoffe sehr dass ich gemeinsam mit denjenigen, mit denen ich leben und arbeiten werde, zuerst das G├Âttliche in unseren N├Ąchsten wiedererkennen werde und danach erst dieselben Bed├╝rfnisse und W├╝nsche.

 
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