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Zungenbrecher und andere Vergnügungen – Englischunterricht im College
Donnerstag, 04. April 2013 Geschrieben von Uta Leymann

Englischunterricht im CollegeLeider bin ich ja erst relativ spät im Semester gekommen, so dass ich nur in den letzten 5 Wochen unterrichten konnte. Nach einer Hospitationsstunde, die ich für mich ausgedungen hatte, damit ich mir so ungefähr ein Bild davon machen konnte, auf welchem Stand die Schüler sind, habe ich mit dem Unterricht angefangen. Ich habe alle 8 Klassen mit der Gesamtzahl von ungefähr 320 Schülerinnen und Schülern unterrichtet. Jede Klasse hatte 2 Wochenstunden, jede Schulstunde dauert 60 Minuten.

Ich beschreibe das so ausführlich, weil es mich dann immer wieder überrascht hat, wieviel Spaß mir das Unterrichten hier gemacht hat, trotz der großen Klassen und der für mich ungewohnt langen Unterrichtsstunden. Die Schülerinnen und Schüler haben bei allem mit Freude und Interesse teilgenommen, sie haben Sinn für Humor, sie sind diszipliniert ohne dabei verschüchtert zu wirken.

So hatte ich z.b. freitags vormittags und nachmittags jeweils eine Stunde bei den Schweißern, 55 Schüler! Die Schweißer erhalten ihre Theoriestunden in einem Gebäude etwas außerhalb, der Raum ist recht dunkel und nicht so ansprechend wie der Rest der Schule. Zwar sind einige am Nachmittag mal ein bißchen eingeschlafen, aber sie waren leicht zu wecken! Ich konnte das ja auch gut verstehen, war es doch sehr heiß an den meisten Tagen, der Klassenraum überfüllt und zwangsläufig ziemlich stickig. Aber trotzdem bin ich nach einer Stunde dort wieder sehr guter Dinge zurückgegangen, eben weil es erfreulich war und auch für mich anregend.

So wie ich immer wieder begeistert war von der positiven Atmosphäre in der Schule. Ich hatte bei allen das Gefühl, dass sie sehr gerne in der Schule sind und für mich galt das genauso. Hilfreich dafür ist sicher auch die Bauweise der Schule, bei der alle Gebäude den Schulhof umgeben.

Im Unterricht habe ich, neben der `angemessenen´ Grammatik etc., auch viele Aussprache- und Sprechübungen mit Hilfe von Spielen, Zungenbrechern, Dialogen, Fragen und Antworten gemacht. Nach 5 Wochen fingen dann, leider (aus meiner Sicht), die Tests und Examen an, was den Unterricht natürlich zum Erliegen brachte.

Als die Englischkollegin und ich in der zweiten Woche eine Liste mit ‚classroom phrases‘ in Englisch und Kinyarwanda zusammengestellt hatten, hängten wir eine DIN A3 Kopie wir an das neu zugeteilte `Schwarze Brett´ und verteilten in einer Klasse eine Kopie davon. Einer der Schüler sagte daraufhin spontan: „More. We want more.“ Und zeigte auf das Blatt. Der Schüler hatte absolut recht. Die Schüler brauchen mehr Material für den Englischunterricht, wenn der etwas bringen soll. Zwar ist vieles in der Schule vorhanden, aber nichts, was für die Hand der Schüler ist. Deshalb können sie nur nach der Methode „talk and chalk“ unterrichtet werden. D.h. Lehrer und Schüler verbringen viel der wertvollen Unterrichtszeit damit, an die Tafel zu schreiben bzw. abzuschreiben. Und da die Tafeln auch nicht so sehr leicht zu beschreiben sind, passieren natürlich dann auch noch beim Kopieren viele Fehler.

So habe ich dann mit der Kollegin angefangen die Themen zu sammeln, die in den ein bzw. zwei Jahren der Ausbildung zu vermitteln sein sollten. Zudem hatte ich excellentes Material vorgefunden, das schon für die Lehrer hier zusammengestellt war. Mit der Hilfe von zwei Medizinstudentinnen aus Deutschland, die mir viel beim Schreiben und besonders beim Formatieren geholfen haben, habe ich dann mehr als 30 Seiten eines englischen Lehr- und Arbeitsbuches erstellt.

Innerhalb weniger Tage wurden zumindest mehr als hundert der bestellten 500 Exemplare gedruckt und ich konnte es den Schülern zu Abschluss des Semesters zeigen und ihnen versprechen, dass zu Beginn des neuen Semesters jeder eines bekommt

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