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Samstag26September2020
Die Akrobaten
Donnerstag, 12. Juli 2007 Geschrieben von Nikola Babi─ç

AkrobateIn Afrika bin ich seit neun Monaten als Volont├Ąr im Zentrum ÔÇťGatengaÔÇť f├╝r junge Leute, in Kroatien deswegen am bekanntesten, weil der Direktor des Zentrums unser Pater Danko Litric ist. In dieser Zeit hatte ich die Gelegenheit die Mehrheit unserer Missionare in der Region kennenzulernen und meistens genie├če ich die Gesellschaft von Pater Ivica, da Kivumu nur ca. 40 Kilometer von Kigali entfernt ist. Des ├ľfteren war ich dort auch schon als Gast der Franziskanerbr├╝der, habe mich immer wohlgef├╝hlt und es ist mir eine gro├če Freude, wenn ich ihnen helfen kann, haupts├Ąchlich in kleineren Computerangelegenheiten. ├ťber unser Zentrum ÔÇťGatengaÔÇť in Ruanda wissen nahezu alle bescheid. Die erste Assoziation ist nicht Don Bosco, nein, sondern: Akrobaten! Eine Sportart, die ├╝berhaupt keine Tradition in Afrika hat und der sehr schnell wegen seiner Attraktivit├Ąt sehr popul├Ąr geworden ist und unsere Jungs treten oft zu verschiedenen Anl├Ąssen auf.

Unheimlich guter WachmannPater Ivica hat einen Monat im Voraus unsere Akrobaten f├╝r die Feier des Tages der Schule in Kivumu bestellt und wir haben gerne die Einladung angenommen. Ich selbst bin als der Vorsitzende der Gemeinde mit den Akrobaten dorthin gegangen. An diesem Morgen haben wir die Requisiten in den Lastwagen gepackt und sind mit 15 Akrobaten nach Kivumu losgefahren. Um die alte afrikanische Tradition des Zusp├Ątkommens beizubehalten, sind wir auch ein wenig zu sp├Ąt gekommen, so dass wir nicht rechtzeitig zur Messe erschienen sind, dennoch wurden wir in Kivumu liebevoll empfangen. Unsere Kinder erfreute das warme Fr├╝hst├╝ck am meisten: mit Tee, Geb├Ącken und Keksen sind sie schnellstens aufgew├Ąrmt worden. Es geschieht nicht immer, dass , wenn sie einen Auftritt haben, auch gleichzeitig etwas zu essen bekommen, in Kivumu a├čen sie jedoch zwei Mal an diesem Tag! Nachdem sie sich satt gegessen und umgezogen haben, fingen sie mit den Dehn- und Aufw├Ąrm├╝bungen in der kleinen Halle an und drau├čen vor der Schule hat das Programm auch schon angefangen. Ivica hat mich auch wie immer mit irgendetwas besch├Ąftigt, so dass ich die Vorstellung mit einer Kamera und einem Fotoapparat aufgenommen habe, was ich aber auch ansonsten sehr gerne mache.

Drau├čen vor der Schule war sehr viel los. Auf allen Seiten gab es irgendwelche Ausstellungen: In der Maurerabteilung war sogar ein echtes, kleines Miniaturhaus ausgestellt, die Tischlerabteilung zeigte Vorschl├Ąge f├╝r Tische und St├╝hle, aber am meisten gab es bei den Schneiderinnen zu sehen und dort gab es allerlei Kleidung, f├╝r M├Ąnner und Frauen, jung und alt. Ihre besten Kreationen trugen die Schneiderinnen nat├╝rlich sie selbst. An diesem Tag waren alle festlich gekleidet und man konnte sofort auf dem ersten Blick erkennen, dass es ein ganz besonderer Tag war, Party!

T├ĄnzerIn Ruanda sind bei solchen Veranstaltungen wie diesen traditionelle T├Ąnzer nahezu unerl├Ąsslich, sodass nach der Einf├╝hrungsrede das Programm direkt mit ihnen fortfuhr. Mit dem Rhythmus des Schlagzeugs und der Bongos und dem Lied zeigen die T├Ąnzer die reiche Tradition Ruandas. Es gibt verschiedene Arten, m├Ąnnliche und weibliche Gruppen, und den sog. ÔÇťInotreÔÇť, T├Ąnzer mit langen wei├čen Haaren wie L├Âwen und mit Speeren. Die Ruander sind in der Welt f├╝r ihre Volkst├Ąnze bekannt. Nach und nach ist die Zeit f├╝r unsere Akrobaten angebrochen. Innerhalb kurzer Zeit sind auf dem Platz vor der Schule die Rekvisiten aufgestellt worden, ihre Musik aufgedreht und die Show konnte beginnen. Ihr Auftritt hat etwas l├Ąnger als eine Stunde gedauert und sie haben ein wirklich gro├čes Repertoire an T├Ąnzen: von Akrobatik, Gymnastik, Yoga, Clownshows, Jonglieren, meine G├╝te es gab von allem ein wenig und ich war sehr gl├╝cklich, dass wir gekommen sind, denn sich habe Fotos vom Publikum gemacht, die von unserem Auftritt sehr entz├╝ckt waren und die ganze Zeit schreiend und in die H├Ąnde klatschend unsere Jungs angefeuert haben. Trotz allem bleibt Kivumu weiterhin nur ein Dorf und die Mehrheit, die dort lebt, war noch niemals in Kigali, geschweige denn soetwas je zu Gesicht bekommen. Eben deshalb haben unsere Jungs alles gegeben und ihr K├Ânnen zur Schau gestellt. Ihr Auftritt endete am Ende mit einem ohrenbet├Ąubenden Applaus und nach dem Programm, das noch folgte, waren viele einheimische Jungs daran interessiert Akrobatik zu lernen. Das Programm fuhr mit der Begr├╝├čung des deutschen Botschaftlers, der dem Publikum erl├Ąuterte, wie seine Frau, Ivica und ich aus demselben Volk stammen, was man am Gesicht, vor allem an der Nase sehen kann, er begr├╝├čte alle herzlichst und bedankte sich f├╝r die Einladung. Dann wurden die Zeugnisse der drei besten Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler aus jeder Abteilung verteilt, die noch dazu Preise erhielten. Und bis zum Ende des Programms gab es nat├╝rlich noch musik und Tanz ...

Deutscher BotschaftlerUnd nach all diesem langen Programm endlich das, was die Mehrheit sich sehnend erwartet hat ... Mittagessen! Es war wohl bekannt, dass gestern eine Kuh geschlachtet wurde und das bedeutet: heute gibt es Fleisch zum Mittagessen! Und das gibt es nicht jeden Tag! Und alles war genauso wie alles andere, vorbereiten von unseren Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern, die eine sehr hohes organisatorisches K├Ânnen zeigten und deshalb k├╝ren wir diesen Tag als den Ihren, den Tag ihrer Schule. Im franziskanischen Geiste a├čen wir alle gemeinsam, sowohl das Volk als auch alle G├Ąste. In Afrika ist es so, dass sich Menschen, die etwas ÔÇťWichtigeresÔÇť sind, gerne ├╝ber die Masse stellen und es war so sch├Ân f├╝r mich, dass es so organisiert wurde, dass wir alle gemeinsam in einem gro├čen Saal essen. Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler, Absolventinnen und Absolventen, ihre Eltern, die Akrobaten, G├Ąste, wir alle a├čen dasgleiche und f├╝r jeden gab es genug, um zum Wohle zu trinken! Ein echtes Festmahl!

Nach dem Mittagessen wollte ich noch ein wenig bleiben, damit ich mir die Spiele und das weitere Programm anschauen konnte, aber unsere Jungs wollten unbedingt zur├╝ck nach Kigali und so haben wir es dann auch gemacht. Wir haben uns mit satten M├Ągen bedankt, unseren Lastwagen vollgepackt und haben uns auf den R├╝ckweg gemacht. Ich war vor allem deswegen froh, weil alle gl├╝cklich waren: Ivica, die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler und die G├Ąste wegen des Auftrittes, unsere Jungs, weil sich den Wanst vollgestopft haben. Wenn alle gl├╝cklich und zufrieden sind, dann bin ich es auch!!!

 
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