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Das Leben von Jean Baptiste Mwizerwe ist eine Tragödie. Aber mit einem glücklichen Ende
Montag, 13. Oktober 2014 Geschrieben von Dejan Anić

Ein hartes und trauriges Schicksal findet man hinter fast jeder Haustür von Kivumu. Den Menschen fehlen Nahrungsmittel und die wichtigsten Lebensnotwendigkeiten, außerdem haben sie eine unsichere Zukunft. Aber die Geschichte von Jean Baptiste übertrifft sogar die tragistische Geschichte.

Jean Baptista

Diesem 18jährigen, in Kivumu geborenen wurde das harte Los zugeteilt ohne Eltern aufzuwachsen. Als er gerade drei Monate alt war, starb seine Mutter und sein Vater starb zwei Jahre später. Seine Großmutter Claire nahm ihn und seinen sechsjährigen Bruder in ihre Obhut. Die alte Frau bemühte sich nach Kräften, den beiden Jungen das Notwendigste zu geben und ihr Leben ohne Eltern erträglich zu machen.

Aber sie bekam Multiple Sklerosis und als ihr Zustand vor einigen Jahren schlechter wurde, war sie auf einen Rollstuhl angewiesen. Da musste das Kind Jean Baptiste über Nacht erwachsen werden und jetzt für seine kranke Großmutter sorgen, die bis dahin für ihn gesorgt hatte.

Er und sein Bruder übernahmen alle Haushaltspflichten: kochen, saubermachen, waschen u d Wasser holen. Die Familie, wie fast alle Familien im Dorf, hatte keinen Zugang zu Strom und Wasser, außerdem kein regelmäßiges Einkommen. Da kann man sich vorstellen, wie hart ihr Leben war. Die Familie hatte auch nur ein sehr kleines Stück Land, d.h. oft produzierten sie nicht einmal genug für eine Mahlzeit am Tag.

Und obwohl es ja nun schon schlimm genug war, hatte das Schicksal noch einen weiteren grausamen Schlag bereit. Bei einer Routineuntersuchung wurde bei Jean Baptiste festgestellt, dass er HIV positiv ist. Der "mörderische Mörder Afrikas" hat ihn nicht ausgelassen. Und so bestimmten nun, zusammen mit allen anderen Problemen, andauernde Behandlungen, die Einnahme von Medikamenten und Unsicherheit sein Leben.

Obwohl ein solches Schicksal für die meisten Menschen sicher absolut entmutigend wäre, gab dieser Junge nicht auf. Neben all den Verpflichtungen, die er hatte, hat er es geschafft, die 6 jährige Gundschule als bester abzuschließen. Dann gab es ein weiteres zu lösendes Problem, falls er seine Schulbildung weiterführen wollte. Weiterführende Schulen in Ruanda sind nicht umsonst und Jean Baptiste und seine Familie hatten definitiv kein Geld dafür. Anstatt zuhause im Bett zu blei en, verbrachte sie ihre Tage im nahegelegenen Gitaram um vom Rollstuhl aus zu betteln um genug Geld für die Schulgebühren zusammen zu kriegen.

Ihre Bemühungen ermöglichten es dem jungen Mann mit der 'secondary school' (Klasse 7 - 10) zu beginnen, aber als das Geld nicht mehr reichte, musste er die Schule verlassen. Aber als er schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, je wieder in einem Klassenzimmer zu sitzen, tat sich eine andere Möglichkeit auf: Jean Baptiste wurde einer der ersten Empfänger eines Stipendiums des neu eröffneten technischen Gymnasiums!

Das Stipensium wurde von den Franziskanern in Kivumu angeboten und der junge Mann bekam es wegen seiner guten Schulnoten, seiner harten Arbeit und Ehrlichkeit und auch wegen seiner aussichtslosen finanziellen Lage. Heute ist er ein stolzer Student im ersten Jahr in der Bauabteilung der 'technical secondary school' und hat alle Prüfungen der ersten beiden Trimester als einer der besten bestanden.

Nun nutzt er jede Möglichkeit zu betonen, dass es sein wichtigstes Ziel ist, die Schule mit guten Noten abzuschließen, aber dass es sein Traum ist, dann zur Universität zugelassen zu werden um eines Tages ein Ingenieur zu sein.

Ein einfaches Stipendium hat daher große Hoffnung gemacht und es einem fleißigen, talentierten jungen Mann ermöglicht mit weit mehr Optimismus in die Zukunft zu sehen.

Bildung ist eins der größten Probleme in Ruanda.

Übersetzt von Uta Leymann

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