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Die Schüler erzählen ihre Geschichten
Donnerstag, 31. Mai 2012 Geschrieben von fra Ivica Perić

Dieses Mal werde ich das Wort an unsere Schüler weitergeben. Sie sind das beste Beispiel dafür, was es für die Jugendlichen hier in Ruanda bedeutet, in die Schule gehen zu können. Ihre Geschichten werden sie etwas von der Atmosphäre und dem Geist dieses Landes spüren lassen. Ich habe mit einigen Schülern aus unserer Schule gesprochen und das haben sie mir erzählt:

Martin Bizumutima

Martin Bizumutima»Mein Name ist Martin Bizumutima. Ich bin in Gisangi, Mbuye Ruhango Distrikt geboren. Ich liebe es zu lernen. Nach der Grundschule wollte ich meine Schulausbildung fortsetzen,aber leider konnten meine Eltern es sich nicht leisten. Dann jedoch habe ich von der Pater Vjeko Fachschule gehört, wo es den jungen Menschen ermöglicht wird kostenlos zu lernen und verschiedene Ausbildungen zu machen. Im Jahr 2010 habe ich mich in diese Schule eingeschrieben, um Tischler zu lernen. Leider wurde ich gleich zu Beginn des Schuljahres sehr krank und musste vier Monate lang aussetzen. Als ich wieder gesund war, habe ich gemerkt, dass ich zu viel verpasst habe und mit den anderen nicht mehr mitkommen konnte. Doch zum Glück habe ich die Möglichkeit bekommen mich im nächsten Jahr wieder einzuschreiben ,um nochmal von Anfang an zu lernen. Meine Ausbildung zum Tischler dauert zwei Jahre und in dieser Zeit werde ich lernen was man alles aus Holz machen kann, wie zum Beispiel Tische, Stühle, Betten...In dieser Schule gibt es auβer der guten Schulausbildung auch andere Vorteile. Stellen Sie sich nur vor: wir bekommen hier jeden Tag Mittagessen.«

Jannette Umuhoza

Jannette Umuhoza"Mein Name ist Jannette Umuhoza und ich komme aus dem Musambira Sektor. Ich bin 19 Jahre alt. Meine Eltern arbeiten in der Landwirtschaft. Ich habe noch drei Schwestern und zwei Brüder. Bevor ich auf die Pater Vjeko Fachschule kam, habe ich zu Hause verschiedene Arbeiten erledigt. Ich habe für meine Familie gekocht,täglich das Wasser geholt und das Feuerholz gesammelt. Ich habe mich für die Ausbildung zur Schneiderin entschieden. Es ist aber nicht so einfach für mich, weil ich vier Stunden brauche um in die Schule zu kommen. Mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt. Ich möchte eine gute Schneiderin werden. Falls ich meine Ausbildung erfolgreich abschlieβe, haben mir meine Eltern eine Nähmaschine versprochen.Deswegen muss ich gut in der Schule sein, viel lernen und im praktischen Unterricht aufmerksam zuhören.“

Claudine Niyonizera

Claudine NiyonizeraAls erstes möchte ich mich bei dem ganzen Schulpersonal von der Pater Vjeko Fachschule dafür bedanken, dass sie mich und meine Schulkameraden so herzlich aufgenommen haben und uns diese Chance gegeben haben. Ich bin Claudine Niyonizera und komme aus dem Kamonyi Distrikt. Ich lebe mit meinem Vater und zwei Brüdern zusammen. Ich kann Ihnen einfach nicht beschreiben wie glücklich ich darüber bin in diese Schule gehen zu können! In den letzten zwei Jahren war ich auf einer Highschool, doch mein Vater war nicht mehr in der Lage mein Schulgeld zu bezahlen und so musste ich die Schule verlassen. Ich war sehr unglücklich. Doch dann bekam ich die Möglichkeit mich in die Pater Vjeko Schule einzuschreiben. Ich bin so dankbar dafür! Ich lerne jetzt Tischler und bin mir sicher, dass ich nach meiner Ausbildung hier auch einen Job finden werde.“

Jacqueline Sibomana

Jacqueline Sibomana“Mein Name ist Jacqueline Sibomana. Ich bin Schülerin des zweiten Jahrgangs und lerne Schneiderin. Ich komme aus dem Cyeza Sektor, dem Dorf Kigarama. Ich lebe mit meinen Eltern und sechs Geschwistern zusammen. Um ehrlich zu sein, hatte ich ein bisschen Angst, als ich in die Pater Vjeko Fachschule gekommen bin. Ich kannte niemanden und wusste auch nicht, wie die Schule sein wird. Und heute... Heute liebe ich meine Klassenkameraden, meine Lehrer und mag jeden Tag, den ich in der Schule verbringe. Ich fühle mich hier wie zu Hause. Denn wie auch in meinem richtigen Zuhause, bekomme ich auch hier Bildung und Werte vermittelt, die für meine Zukunft wichtig sind. Ich träume davon später einmal eine richtige Geschäftsfrau zu werden.“

Gloriose Mucyodusenge

Gloriose Mucyodusenge“Mein Wunsch ist es eines Tages Lehrer zu werden. Mein Name ist Gloriose Mucyodusenge, ich komme aus dem Shyogwe Sektor. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich nun hier bin. Es bedeutet mir sehr viel. Mein Leben war bis jetzt nicht gerade einfach. Mein Vater ist 2010 gestorben. Jetzt lebe ich mit meiner Mutter und Schwester, die ein Baby bekommen hat, zusammen. Dies ist allerdings in unserer Kultur nicht gern gesehen. Eine junge Frau sollte zuerst heiraten und dann Kinder bekommen und zwar im Haus des Mannes. Naja, auf jeden Fall sind wir zu Hause nun zu viert. Ich habe einen langen Weg bis zur Schule, aber denoch werde ich alles dafür tun gut in der Schule zu sein, um eines Tages Lehrer werden zu können.“

Slyvain Nyandwi

Slyvain Nyandwi “Mein Name ist Slyvain Nyandwi. Ich komme aus dem Kamonyi Distrikt und lerne Maurer im zweiten Schuljahr. Als ich in diese Schule gekommen bin, sah ich aus wie ein kleiner Junge, heute bin ich groβ und stark. Hier essen wir gut, lernen viel und haben auch viel praktischen Unterricht. Ich träume davon eines Tages mein eigene Baufirma zu haben. Ich würde dann den Jugendlichen helfen und sie bei mir einstellen.“

Pascal Gasigwa

Pascal Gasigwa “Mein Name ist Pascal Gasigwa, ich bin 1994 geboren. Ich habe noch drei Geschwister. Mein Vater hatte einen schweren Verkehrsunfall und war lange im Krankenhaus, bevor er an den Folgen verstarb. In dieser Zeit ging es auch meiner Mutter sehr schlecht, so dass ich es war,der sich um ihn gekümmert hat. Ich habe ihn jeden Tag besucht und ihm das Essen gebracht. Ich habe mich auch zu Hause um alles gekümmert, was nicht einfach war. Als ich dann gesehen habe wie meine Altersgenossen, die auf der Pater Vjeko Fachschule ihren Abschluss gemacht haben, Arbeit gefunden haben und davon gut leben können, habe ich mich auch dazu entschlossen, mich dort einzuschreiben. Diese Schule hat sehr viel zu bieten und nun kümmert sich mein Onkel um uns, so dass ich nicht mehr alles allein machen muss. Ich glaube daran, dass am Ende alles gut wird.«

Übersetzt von Bojana Mutnović

 
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