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Donnerstag23Mai2019
Augenzeugen der Geschichte
Donnerstag, 25. August 2011 Geschrieben von Doug Shaw

Die Verstromung von KivumuGenerell sind Samstage in Kivumu f√ľr Hochzeiten reserviert. Sie sind neben den Donnerstagen, an denen der √∂rtliche Markt ge√∂ffnet ist, der wichtigste gesellschaftliche Tag in der Woche. Manchmal hat es den Anschein, als ob das ganze Dorf zur Feier gekommen w√§re. Nun, der erste Samstag nach unserer Ankunft in Kivumu hatte noch eine spezielle Besonderheit. Das hat viele neugierige Menschen auch hierher angezoge.

Eine Gruppe von Arbeitern hat einen Transformator genau √ľber die Fernleitung postiert, die neben dem Dorf verl√§uft. Das war die letzte Bedingung, damit aus der Fernleitung in die Arbeitsleitung geleitet wird und somit das Dorf, die Kirche, die Schulen und das Kloster mit Elektrizit√§t versorgt werden.

Was bedeutet schon eine Woche! Nur einige Tage zuvor wurden die mit Teer bedeckten Holzbalken entlang des staubigen Pfades gelegt. Heute jedoch stehen diese Balken aufrecht und tragen Kabel, die das Dorf umkreisen. Das ruandische Elektizit√§tswerk hat uns best√§tigt, dass der Strom in den n√§chsten Wochen die H√§user erreichen wird. F√ľr D√∂rfer ist Strom eine Ausnahme, keine Selbstverst√§ndlichkeit. In der Tat wird das das erste Mal nach 21 Jahren in Afrika sein, dass Pater Ivica auch mit Strom versorgt wird!

Im subsaharischen Afrika haben nur zwölf Prozent der ländlichen Einwohner Zugang zur elektrischen Versorgung.

Der Zugang zum relativ zweifellosen Quelle der elektrischen Energie wird das Leben hier im Kloster und der Schule total auf den Kopf stellen, wo ich mich zum zweiten Male als Volont√§r gemeldet habe. Ich kann nur annehmen, welche gro√üen "Folgen" die Gewinnung der elektrischen Energie der durchschnittliche Dorfbewohner dadurch haben wird. Dank der elektrischen Lichtanlage wird der Tag nun bis zu 24 Stunden haben, im Vergleich zu den zw√∂lf, die wir bis jetzt hatten. Die Nacht wird verdr√§ngt und es wird sie nur geben, wenn sie jemand wirklich w√ľnscht. Die Menschen werden neue Entscheidungen dar√ľber treffen k√∂nnen, wann sie etwas tun m√∂chten. Mit der Zeit werden sie damit umgehen k√∂nnen, wenigstens ein bisschen. Die Zeit, Traditionen und die √∂rtliche Kultur werden Ver√§nderungen erleben.

Sicherlich werden irgendwann negative Folgen der Elektrizit√§t auftreten, generell bin ich jedoch der Meinung, dass der Zugang zur Elektrizit√§t sich positiv auf das Volk auswirken wird. Elektrizit√§t ist heutzutage sehr wichtig, wenn man den Informationszugang zu Menschen in Betracht nimmt, √∂ffentlichen Dienstleistungen, sowie auch der Zukunft. Sie kann auch ebenfalls dazu beitragen, dass das harte Leben in diesen Gegenden weniger physisch beschwerlich wird. Beispielsweise kann ein elektischer Motor g√ľnstig Wasser auf gro√üe Entfernungen durch Leitungen pumpen. Bereits allein diese Tatsache k√∂nnte den Dorfbewohnern hier tausende und abertausende Arbeitsstunden ersparen, in denen sie normalerweise Wasser durch die Gegend schleppen m√ľssten.

In gewisser Hinsicht bin ich dar√ľber besorgt, dass einige Familien mit dem Mangel an Nahrung konfrontiert werden, aufgrund der Anschlusskosten. Zeitgleich g√§be es auch die Alternative, teures Kerosin f√ľr Lampen und teure Batterien f√ľr Radio und Taschenlampen zu kaufen. Es w√§re sehr interessant zu wissen, wieviele Jahre man br√§uchte, damit sich die Investition in die Elektrizit√§t im Vergleich zu den Kosten f√ľr Kerosin und Batterien auszahlt.

Wie dem auch sei, eines ist sicher - eine wichtige Veränderung. Man könnte behaupten, dass sich in diesen Tagen eines der bedeutendsten Ereignisse der Geschichte Kivumus abspielt. Und wir haben die Ehre, Augenzeugen zu werden!

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