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Und der Herr sprach: 'Es werde Licht in Kivumu!'
Montag, 15. August 2011 Geschrieben von fra Ivica Perić

Und der Herr sprach: 'Es werde Licht in Kivumu!'Ob Sie es glauben oder nicht, auch dieser Tag ist endlich gekommen. Wir sind Zeugen eines historischen Tages in Kivumu. Das Dorf wird ab sofort mit Strom versorgt! Wer hätte das gedacht. Noch vor drei Monaten, während ich noch auf dem Boden liegende Bretter sah, dachte ich, dass das wieder nur eine weitere von diesen "leeren Versprechungen", die die Dorfbewohner am laufenden Band zu hören bekommen. Dieses Mal habe ich mich getäuscht. Schließlich wurde das Versprechen doch nicht gebrochen. Die Säulen sind fest in die Erde gesetzt worden, die Kabel wurden entsprechend postiert und ein Transformator wurde sogar hergebracht. Und jetzt leuchtet unser Dorf!

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin she rgespannt, wie sich das auf das tägliche Leben in Kivumu auswirken wird. Denn hier sind die Tage sehr kurz. Sonnenaufgang ist meistens bereits gegen sechs Uhr morgens, dafür ist Sonnenuntergang schon nachmittags ein bisschen früher als 18 Uhr.

Nach dieser Veränderung ist nun die gewohnte Hektik allmählich verschwunden. Wie wird das jetzt wohl aussehen?! Mir persönlich wird es auch ungewohnt sein, sich soetwas anzugewöhnen, an einem leuchtendem Wunder, denn seitdem ich hier in Afrika lebe, das sind schon 21 Jahre, komme ich ohne Strom zurecht. Das ist für uns hier alles sehr neu. Ein neuer Beginn für unser Kivumu. Taschenlampen, Kerzen und Lampen werden von nun an zu den Alternativen zum Strom für uns angehören.

Ich muss gestehen, dass mir ein leichter Schauer den Rücken runterläuft, wenn ich in den Abendstunden vor das Kloster trete und lauter Lichter auf den benachbarten Hügeln erblicke. Früher war an diesen Orten abends immer komplett alles stockfinster. Jetzt kann man nicht einmal die Sterne eindeutig sehen. Kivumu hat jetzt ganz andere nächtliche Silhouetten, die es von sich gibt.

Da im Dorf die meisten Leute in Armutsverhältnissen leben, ist uns die Regierung maximal entgegengekommen. Der Stromanschluss kostet 100 Dollar pro Haushalt, man erhielt allerdings die Möglichkeit, diese Summe in Raten zu zahlen, über mehrere Jahre und ohne Zinsen.

Es wurde an alles gedacht. Niemand wird Strom nutzen können, ohne später dafür bezahlen zu können. Tatsächlich wird der Strom nämlich in Voraus bezahlt. Also wie nach dem Prepaid-System für Handys. Wieviel man im Voraus bezahlt, soviel wird man nutzen können. Und das ist eine gute Sache. Denn es wird die Anhäufung von Schulden verhindern. Je nachdem, wer wieviel hat, wird man entweder mehr oder weniger Strom nutzen können.

In den vergangenen Jahren haben wir schon damit gerechnet, dass das Stromnetz auch irgendwann in unserem Dorf ausgeweitet wird. Deshalb haben wir bereits im letzten Jahr den Beschluss gefasst, in unserer Berufsschule eine neue Abteilung einzuführen, deren ausbildung ein Jahr dauert - die der Elektriker. Viele hielten dies für einen Witz. Man fragte sich, wozu Elektriker auszubilden, wenn es im Dorf gar keinen Strom gibt. Hier ist die Antwort darauf! Nun haben all unsere Kinder, die diese einjähre Ausbildung zum Elektriker abgeschlossen haben, alle Hände voll zu tun.

Die Ankunft von Strom wird uns in Zukunft die Arbeit beträchtlich erleichtern, besonders die der Elektrikerabteilung. Für ihren praktischen Teil musste wir schon teilweise kleine Wunder geschehen lassen. Um ihnen die grundlegenden Arbeiten mit elektrischer Energie zeigen zu können, mussten wir immer die Generatoren anschalten. Wir musste ihnen zuerst beibringen, was elektrische Energie überhaupt ist, woher sie kommt, wie wichtig sie im tagtäglichem Leben ist, wie gefährlich sie sein kann und was man alles mit ihr anstellen kann.

In unserer Gemeinde sind die Leute arbeitslos, sie haben Hunger, aber habben dennoch - Handys. Das ist nur eines der extremen Kontraste dieses Umfeldes, in dem Leute, obwohl sie in Armutsverhältnissen leben, auf diese Weise mit der heutigen Welt versuchen Schritt zu halten. Neulich erst haben mich meine Freunde, die zu Besuch kamen, völlig erstaunt gefragt: "Du, sag mal, wo laden die ganzen Leute hier, die mit ihren Handys rumlaufen, ihre Akkus auf?! Daheim haben sie doch keinen Strom."

Um ihre Frage zu beantworten, habe ich sie zum örtlichen Marktplatz geführt, der in Kivumu immer donnerstags geöffnet ist und habe ihnen die örtlichen Unternehmer gezeigt. Sie haben in der letzten Zeit, da es hier immer mehr uns mehr Handys gibt, eine ordentliche Stange Geld an ihrem Verleih von Akkumulatoren verdient. Sie waren sehr raffiniert und haben in Akkumulatoren investiert. Sie haben sie auf ihren Fahrrädern installiert und den Leuten in Dorf und auf dem Marktplatz die Möglichkeit gegeben, ihre Akkus für ihre Handys aufzuladen - natürlich für eine kleine finanzielle Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich sind diese Leute die einzigen, denen die Ankunft des Stromnetzes in Kivumu keine gute Nachricht ist...

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