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Sonntag8Dezember2019
Unseren Kindern steht eine Mittelschule zu
Donnerstag, 30. Juni 2011 Geschrieben von fra Ivica Perić

Unseren Kindern steht eine Mittelschule zuTag für Tag zeigen mir immer wieder Beispiele, dass unsere Kinder in der Gemeinde Kivumu eine Mittelschule benötigen. Ein solches Beispiel hat uns in den letzten Tagen so ziemlich von den Socken gerissen. Aber solche Ereignisse sind es, egal wie sehr sie uns bzw. unseren Schülern zur Last fallen, die uns zusätzliche Kraft und Ansporn geben, um den nötigen Paperikram zu erledigen und den Beginn der Gründung einer Mittelschule schnellstmöglich einläuten können.

In diesen Tagen findet in Ruanda ein Erzählwettbewerb für Schüler statt. Den Kindern wird vor versammeltem Publikum ein Thema genannt und sie müssen sich eine passende Geschichte dazu ausdenken und auf der Bühne vortragen. Nicht nur, dass die Geschichte interessant sein muss, die Schüler müssen mit dem Publikum interagieren können. Die Geschichte sollte auch einen guten Schuss Humor beinhalten.

Da diese Wettbewerbe ohne jegliche Vorbereitungen ausgetragen werden, zeigen die Kinder so ihre Fähigkeit zu improvisieren. Denn vor jeder Show bekommen die Kinder nur das Thema gesagt, so dass sie sich sofort etwas dazu einfallen lassen müssen. Sie sollen sie sie nicht nur überlegen können, sondern sie auch passend präsentieren können.

Die ersten Wettbewerbe fanden in allen Schulen statt und die Sieger kamen zu weiteren Wettbewerben in benachbarten Bezirken. Die besten solcher Wettbewerbe wurden auf die kommunale Wettbewerbsebene geschickt und dann auch auf Regionalebene. Die Creme de la Creme ist jedoch der Wettbewerb der nationalen Ebene. Auch wir haben solche Wettbewerbe im Sinne unserer Fachrichtungen veranstaltet. Es war mehr als interessant, aber auch sehr unterhaltsam. Unglaublich, wieviel geniale Hirne sich unter den Kindern tümmeln.

Aus unseren Reihen glänzte Dieudonne Habiyambere, der beste Schüler der 2. Klasse der Tischlerabteilung. Eigentlich ein eher ruhiger und schüchterner Bursche, der uns mit seinem  neu entdecktem Talent Geschichten zu erzählen mehr als faszinierte. Seine Erzählweise war zugleich lustig, interessant als auch lehrreich. Stolz schickten wir ihn auf die Reise um im Namen unserer Schule weitere Wettkämpfe zu bestreiten. Die Konkurrenz der Bezirksebene fegte er nur so von der Bühne, so auch die der Kommune. Dann aber folgte der schock.

Unser Dieudonne wurde auf unfaire Art und Weise gestoppt. Er ist vom Wettbewerb disqualifiziert worden! Wir bekamen nur einen Brief, in dem kurz und allzu viele Details erklärt wurde, dass sie dort keine Schülerinnen und Schüler von Berufsschulen antreten lassen. Nur Schüler von Mittelschulen und Universitäten. Wahrscheinlich hatten sie viel zu sehr Angst, sie würden von einem kleinen Bengel geschlagen, dessen Dorf noch nicht mal Strom hat, der eine Ausbildung zum Tischler macht und würde somit ein schlechtes Licht auf die elitären Schulen und Universitäten werfen... Er hat sich so viel Mühe gegeben und war von der Entscheidung wie niedergeschlagen. Aber er gab sich nicht geschlagen, er wollte nicht, dass ihn das demotiviert. Über seine Ausbildung zum Tischler ist er sehr froh.

"Mir liegt die Tischlerei sehr am Herzen. In dieser Schule werde ich mir alles nötige Wissen aneignen, das mit diesem Beruf in Verbindung steht. Mein Ziel ist es, der Beste in meinem Beruf zu werden. Auf diese Art und Weise werde ich meiner Familie und mir eine Existenz sichern können. Eines Tages sogar für meine Frau und meine Kinder. Im Leben muss man sich einen Abschluss sichern, denn nur so kann man sich einen Job und eine sichere Zukunft sichern. Dann werde ich mir eines ermöglichen können, was ich jetzt in diesem Moment nicht tun kann. Fleisch beispielsweise, welches ich sehr liebe zu essen, aber meine Familie kann sich dies nicht gerade leisten", sagt Dieudonne, dessen Lieblingshobbies Fußball, Freunde, Musik und Tanz sind.

Stellen Sie sich nur mal vor, welche Talente in diesen Kindern schlummern. Manche werden vielleicht nie das Tageslicht erblicken. Und das nur, weil man ihnen keine Möglichkeit im Leben gegeben hat. Das müssen wir sofort ändern!

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